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Verbessertes Engpassmanagement an den Grenzen zu Frankreich, zur Schweiz und zu Osteuropa PDF Drucken E-Mail
Freitag, 02 Dezember 2005 | Autor: Bundesnetzagentur

Kurth: „Deutliche Verbesserung des europäischen Stromhandels zu erwarten“
Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, erwartet bei der Durchführung des Engpassmanagements an den Grenzen zu Frankreich, der Schweiz und nach Osteuropa mit Beginn des Jahres 2006 eine stärkere Koordinierung zwischen den Betreibern der Stromübertragungsnetze.

"Wir sind in wenigen Monaten nach Aufnahme unserer Arbeit ein gutes Stück vorangekommen, um den grenzüberschreitenden Stromhandel zu optimieren. Damit ist auch ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem europäischen Energiemarkt erfolgt", sagte Kurth.

Ein Engpassmanagement wird notwendig, wenn die Übertragungskapazitäten an den grenzüberschreitenden Kuppelstellen zwischen den Stromnetzen benachbarter Länder begrenzt sind und somit einen Engpass darstellen. Im Rahmen des Engpassmanagements erfolgt in Auktionen die Vergabe der knappen Übertragungskapazitäten an die bietenden Stromhändler. Die dabei erworbenen Transportrechte sind die Grundlage, um grenzüberschreitende Stromlieferungen durchführen zu können.

An der deutsch-französischen Grenze werden die Methoden zum Engpassmanagement dadurch verbessert, dass eine Kapazitätsversteigerung für das ganze Jahr (Jahresauktion), zusätzlich zu den bereits stattfindenden Monats- und Tagesauktionen, eingeführt wird.

Zwischen Deutschland und der Schweiz, so Kurth, könne erstmals ein marktbasiertes Verfahren zur Engpassbewirtschaftung eingeführt werden, da zum Jahreswechsel ein erster Schritt der Öffnung des schweizerischen Markts vollzogen werde. "Neben einer monatlichen und täglichen Vergabe von Übertragungskapazität ist auch die Einführung des untertäglichen Kapazitätshandels geplant", führte Kurth weiter aus.

An der deutschen Ostgrenze ist die Kooperation der Übertragungsnetzbetreiber so weit fortgeschritten, dass die Vergabe der Übertragungskapazitäten zwischen den vier Ländern Deutschland, Polen, Tschechische Republik und Slowakei ab 2006 über ein gemeinsames Auktionsbüro abgewickelt wird. "Die betroffenen deutschen Übertragungsnetzbetreiber, Vattenfall Europe Transmission und E.ON Netz, nehmen nunmehr an dieser koordinierten Auktion teil", berichtete Kurth.

"Für den europäischen Stromhandel bedeutet die Weiterentwicklung der Vergabeverfahren für Übertragungskapazitäten eine deutliche Senkung der Transaktionskosten und damit eine weitere Verbesserung der Handelsmöglichkeiten", erklärte Matthias Kurth.

Im Vorfeld wurden von der Bundesnetzagentur entsprechende Konsultationen in den drei Regionen durchgeführt – für die deutsch-französische Kapazitätsvergabe gemeinsam mit der französischen Regulierungsbehörde Commission de Régulation de l’Énergie (CRE). Alle interessierten Marktteilnehmer konnten der Bundesnetzagentur ihre Anregungen zur Verbesserung der Vergabeverfahren mitteilen. Die Kommentierungen wurden in den Stellungnahmen der Bundesnetzagentur zu den vorgelegten Auktionsregeln berücksichtigt und den betreffenden Übertragungsnetzbetreibern übermittelt. Auch wenn es nach deutschem Recht keine Verpflichtung zur Übernahme dieser Empfehlungen seitens der Übertragungsnetzbetreiber gibt, werden sie weitestgehend bei der Überarbeitung der Auktionsregeln umgesetzt.

"Wir begrüßen die konstruktive Kooperation mit den Regulierungsbehörden der anderen EU-Mitgliedsstaaten bei der Implementierung der koordinierten Auktionen und werden uns auch zukünftig intensiv für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit engagieren", so Kurth abschließend.

Die Ergebnisse der Konsultationen, die Kommentare der Marktteilnehmer sowie die der Konsultation zugrunde liegenden Auktionsregeln sind auf den Internetseiten der Bundesnetzagentur www.bundesnetzagentur.de veröffentlicht.

An der deutsch-dänischen und der deutsch-niederländischen Grenze werden die bisher angewandten koordinierten, expliziten Auktionen auch für 2006 fortgesetzt; nach Österreich besteht derzeit kein Engpass.

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