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Offener Brief über die dunkle Seite der Organspende PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 05 November 2013 | Autor: Administrator
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Die fast 82 Mio. Einwohner Deutschlands wenden von der DSO, Verbänden, Organisationen und auch von der Politik unter moralischen Druck gesetzt, um 12 000 potentiellen Organempfängern (eine Zahl, die übrigens seit Jahren gleichbleibt!) Organe zu spenden. Was für ein Verhältnis! Früher konnten und sollten potentielle Spender von ihren Ärzten an die DSO gemeldet werden. Das taten wahrscheinlich zu wenige Ärzte und deshalb ging man dazu über, in den Kliniken Transplantationsbeauftragte zu installieren. Diese gehen nun einmal täglich über die Intensivstationen und schauen selbst nach, ob es potentielle Spender gibt. Finden sie jemanden, der dafür in Frage kommt, läuft die Maschinerie an: Sie ist schnell und effektiv. Die DSO schreibt in ihrer Bilanz des Jahres 2012, dass 70% der "Spendeprozesse", wie man hier Organentnahmen nennt, in bis zu 18 Stunden durchgeführt wurden. Mehr als ein Viertel innerhalb von 12 Stunden. So viel oder besser so wenig Zeit hatten die Angehörigen also, um nach der Hirntodfeststellung über die Zustimmung zum „Spendeprozess“ nachzudenken. Lehnen sie dann eine Organspende ab, werden die Maschinen abgeschaltet. Lassen das aber die Angehörigen nicht zu, weil es ihnen zu schnell geht, kann es ihnen passieren, dass die Krankenkasse die Kosten ab Hirntodfeststellung nicht mehr übernimmt. Der Patient gilt als tot und für einen Toten zahlt die Kasse nicht. Die Angehörigen bleiben u.U. auf den Kosten sitzen. Erfolgt jedoch eine Einwilligung, beginnt die „Spenderkonditionierung“. Leider manchmal sogar schon vorher… Das sind Untersuchungen und Maßnahmen, die man einem Sterbenden ersparen würde und die nun nur noch auf die Vorbereitung der Spenderorgane zielen. Und dann folgt die Explantation…

Das ist Organspende heute in Deutschland. So, jetzt wißt Ihr’s. Nun ist es aber auch nicht so, dass die von mir angesprochenen Dinge geheim wären. Das sind sie durchaus nicht! Das Internet und die Medien sind voll davon… Nur muss man erst einmal einen Grund haben, danach zu suchen!

Ich denke, dass wir andere Wege gehen müssen als bisher.

Zuallererst muß alles dafür getan werden, um zu verhindern, dass Organe überhaupt versagen. Übrigens auch von uns selbst, denn zum Leberversagen können neben Hepatitisviren auch Alkohol- und Arzneimttelmißbrauch sowie andersartige Vergiftungen führen. Die Ursachen des Nierenversagens sind vielschichtiger. Chronische Entzündungen, Diabetes und Bluthochdruck, aber auch angeborene Nierenfehlbildungen und Schmerzmittelmissbrauch können zum Nierenversagen führen. Ihr seht, manche der Ursachen sind durchaus von uns selbst beeinflussbar!

Und dann sollten wir uns daran erinnern, daß die Transplantationsmedizin ursprünglich als Übergangslösung gedacht war. Mir drängt sich der Gedanke auf, dass wir schon lange andere Möglichkeiten des Organersatzes hätten finden können, wenn man alle Kräfte wirklich darauf konzentriert hätte. Wir fliegen zum Mond, sind durch das Internet weltweit miteinander verbunden und sollen nicht in der Lage sein, Organfunktionen kompensieren zu können? Es ist wohl einfacher, Sterbende dafür zu verwenden… Deren Explantation sollte sobald als möglich durch künstlichen Organersatz aus der Medizintechnologie abgelöst werden. Auch aus bestimmten Stammzellen können bereits heute Organe gezüchtet werden und Xenotransplanationen rücken in greifbare Nähe, das sind Organtransplantationen zwischen Mensch und Tier. Ich selbst setze große Hoffnungen in die Zukunft der neuen Technologien und hoffe sehr, dass die Explanation von Menschen bald der Vergangenheit angehören wird.

Der Tod ist mehr als der Tod eines Organs. Beim Hirntod lebt der ganze Körper, nur das geschädigte Gehirn funktioniert nicht mehr. Ich will Euch nicht verhehlen, dass fast alle Hirntoten sterben und kann alle verstehen, die sagen, dass sie nicht ewig bewusstlos dahinvegetieren wollen. Aber das kann man auch anders vermeiden: Wer also Angst vor langem Leiden hat, kann eine Patientenverfügung erlassen. Darin können alle Fragen der Behandlung oder des Verzichts darauf festgehalten werden. Ich bestimme also selbst, was mit mir in gewissen Grenzsituationen des Lebens zu geschehen hat. Ich bestimme auch, unter welchen Bedingungen die Behandlung abgebrochen werden soll. Formulierungsvorschläge findet Ihr hier:

http://www.dnoti.de/DOC/2004/Formulierung.pdf

Allerdings ist es immer auch ratsam, einen Menschen zu benennen, der dafür sorgt, dass die Verfügung auch wirklich eingehalten wird. Ich für meinen Teil möchte mit Hilfe von Medikamenten möglichst ungestört und in Ruhe zuende sterben können.

Ich selbst lehne eine Organspende ab. Das bedeutet natürlich auch, dass ich auch kein Organ eines anderen Menschen haben will. Ich würde es sowieso nicht akzeptieren können und mit Sicherheit abstoßen. Eine Lebendspende allerdings schließe ich für mich nicht aus. Ich würde meinem Mann oder meiner Schwester eine meiner Nieren schenken und auch von ihnen eine annehmen.

Ich denke, dass wir Menschen weder teilbar sind noch aus Einzelteilen bestehen. Die Natur hat so etwas nicht vorgesehen; sonst könnte man ja nach unserem mechanistischen Weltbild alle Organe irgendwo aus- und woanders wieder einbauen. Dann gäbe es aber die Abstoßungsreaktionen nicht, mit denen der Körper das Fremde wieder loswerden will. Und die gibt es. Wir sind wohl mehr als die Summe unsere Teile….

Nun wisst Ihr, was läuft. Ich habe bewußt auf Links außer einem verzichtet. Googelt nach den Themen, die Ihr braucht. Das Internet ist voll davon. Denkt noch einmal in Ruhe über die Entscheidung nach und dann fällt sie…. Falls Ihr Euren Körper als Organspender zur Verfügung stellen wollt, so tut das. Ich verneige mich vor Euch! Vergesst aber bitte nicht, eine Vollnarkose bei der Organentnahme zur Pflicht zu machen.

Bei der Beschäftigung mit diesen Themen sollte man sich vielleicht auch wiedermal bewusst werden, dass man jeden einzelnen Tag seines Lebens so leben sollte, dass man nichts Wesentliches ausgelassen oder zu bereuen hat. Dann kann man auch ruhig gehen, wenn es an der Zeit ist.

Ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr nach dem Ausfüllen des Ausweises nie wieder über diese Themen nachdenken müsst.

Gesundheit und ein langes Leben!
Fahrt vorsichtig…

Andrea v. Wilmowsky



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