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Ist die Berlinale noch zeitgemäß? PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 30 Januar 2018 | Autor: Sandra Meyndt

Medienkulturwissenschaftlerin Robin Curtis über die Vor- und Nachteile von Filmfestivals

Internationale Stars wie Uma Thurman, George Clooney oder Catherine Deneuve geben sich bei der Berlinale die Klinke in die Hand. Auch in diesem Jahr ist davon auszugehen, wenn das größte Filmfestival Deutschlands und eines der wichtigsten weltweit am 15. Februar wieder seine Pforten öffnet. Doch sind solche Events in Zeiten des Internets überhaupt noch zeitgemäß?

Die Medienkulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Robin Curtis von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ist fest davon überzeugt. „Filmfestivals haben durchaus ihre Berechtigung, weil sie kleineren Produktionen oft erst den Zugang zu einem breiteren Publikum oder ihnen den Sprung ins Kino ermöglichen“, erläutert Curtis. Es gebe jedes Mal auch einen Festival-Film, der besondere Aufmerksamkeit bekomme. Das Paradebeispiel dafür sei „Reservoir Dogs“ von Regisseur Quentin Tarantino, der erst als Festival-Film größere Bekanntheit erlangte und die Karriere Tarantinos ankurbelte.

Zudem sei die Berlinale ein A-Festival mit Wettbewerb und Jury und locke damit hochkarätige Stars an. „Das ist sehr wichtig, denn viele Zuschauerinnen und Zuschauer kommen vor allem deswegen nach Berlin.“ Gleichzeitig fördere die Veranstaltung Filme, die nicht in erster Linie kommerziell seien und bezahle häufig die Kosten für Untertitel, um die Breitenwirkung eines Films zu erhöhen.

Trotz dieser Vorteile sei die künstlerische Kritik an der Berlinale nachvollziehbar. „Der jetzige Direktor Dieter Kosslick muss 2019 gehen, was eine interessante Diskussion um seine Nachfolge entfacht hat. Es wird sich zeigen, ob sich wirklich etwas ändert.“ Denn von Seiten der Politik und Wirtschaft gehe es zielstrebig in Richtung Kommerz, sodass die Leiter von Festivals häufig aus der Produktion und nicht aus dem künstlerischen Umfeld stammten. Dass es auch anders gehe, zeige das Film-Festival in Toronto/Kanada. „Hier gibt es eine Geschäftsführung, die die Kosten-Nutzen-Balance im Auge behält und eine künstlerische Leitung, die auf die Qualität der Filme achtet.“ Letztlich sei alles ein großes Geschäft, bei dem es vor allem darum gehe, Kontakte zu pflegen und die richtige Mischung aus Kunst und Kommerz zu finden.

Robin Curtis ist seit 2017 Professorin für Medienkulturwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Theorien der Immersion, Einfühlung und Intermodalität.
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